| Besuch der Gerhard Familie auf den Spuren der Vergangenheit |
| 24 Stunden Bad Landeck – auf den Spuren unseres Vatis |
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Endlich ist es soweit, für
unseren Vati geht ein großer Traum und ein kleiner Wunsch in Erfüllung.
Seine Kinder begleiten ihn bei einer Reise in seine Geburtstadt. Es ist Freitag der 03.Oktober 2008 und 3 von 5 Geschwistern treffen sich mit Vati und Mutti, um in seine Heimatstadt Bad Landeck zu fahren. Ladek Zdroj – auf deutsch Bad Landeck, ist eines der ältesten Kurorte von Polen und in Europa gewesen. Der Kurort liegt im östlichen Teil vom Klotzko-Tal auf den Abhängen und am Fuße des Reichensteiner Gebirges. Hier wurde unser Vati am 20.April 1940 geboren. Diese, seine Heimat, musste er 1946 im Alter von 6 Jahren verlassen. Nachdem wir den ersten verabredeten Parkplatz verpasst haben, machten wir dank moderner Technik einen neuen Platz als Treffpunkt aus und kurz nach 8.Uhr trifft die Mittweidaer Truppe, dies sind Vati und Mutti , Bodo und Silke sowie Sabine und Bernd als Fahrer , in einem VW Kleinbus ein . Nach kurzer Begrüßung und großzügiger Freigabe von Vati´s Platzes im Bus ging’s zum ersten größeren Parkplatz, um einen kleinen Imbiss einzunehmen. Zum Frühstück gehörte natürlich, wie üblich im „ESER Clan“, auch ein Sekt, den Mutti erst einmal spendierte. Wir tranken auf ein schönes WE und auf eine unfallfreie Fahrt. Nur die Fahrer mussten zugucken. Nachdem alle gefrühstückt hatten, konnte der zweite Teil der Strecke beginnen. Vati neben Steffen , denn die Freigabe seines Platzes war natürlich nicht ganz uneigennützig. So hatte er jetzt wieder den großen Überblick und saß im Cockpit bei Steffen. Auf geht’s über holprige Landstraße und mit verrückten polnischen Autofahrern. Wir haben oft die Luft anhalten müssen bei den Überholmanövern, die die polnischen Autofahrer sich geleistet haben. Auch Steffen und sein Copilot Vati hatten an einer Kreuzung leicht geschlafen und entgingen an einer Kreuzung knapp einem Unfall. Das letzte Stück will überhaupt kein Ende nehmen, aber nach 2 ½ stündiger Fahrt sind wir nun endlich da. Angekommen in Bad Landeck wollen wir alle nur eine kleine Pause. Aber unser Vati, ganz aus dem Häuschen möchte gleich und sofort alles zeigen. Nun müssen wir ihn erst einmal etwas bremsen und auf geht’s in die Pension.Angekommen an der „Villa EWA „ ist Vati nicht mehr zu halten, wie ein kleines hippiliges Stehaufmännchen Managt er die Anmeldung.Unterdessen fragt Silke ganz trocken, was denn Vati Reserviert hat:“ Penner oder Luxus“? Wir werden alle ganz unsicher.
Aber da hören wir Vati
schon und das Tor geht auf, damit wir
unsere Autos auf einen abgeschlossenen Parkplatz abstellen können. Man weiß ja
nie, wie man von Polen wegkommen würde, wenn die polnischen
„Autohändler“ zu großes Interesse an den deutschen Autos zeigen würden. Die Freude bei Vati ist groß, denn er hat zwei alte Bekannte, Herrn Kopetzki und Herrn John von früher getroffen, die uns herzlich begrüßen.Nach einer kurzen Vorstellung und einem kleinen Schwatz beziehen wir unsere Zimmer. Alle sind angenehm überrascht von den freundlichen und sauber eingerichteten Zimmern. Vati bekommt ein dickes Lob!! Nun schnell ausgepackt und nach einem Willkommenstrunk geht’s auch schon los. Vati hat es eilig. Obwohl es erst 12 Uhr ist, drängt er zur Eile.Alle sind Startklar, aber unser aufgekratzter Vati hat seinen Fotoapparat vergessen. Wo ist der nun wieder? Rauf ins Zimmer – da ist er nicht - Bernd bitte ans Auto - oh weh da ist er auch nicht - wo hab ich den nun schon wieder hingetan? – ah - neben dem Sitz . Erlösung und unser aufgeregter Vati ist auch endlich Startklar. Zuerst geht´s zum Friedrichsplatz. Dieser befindet sich im oberen Teil der Stadt und ist umgeben von herrlichen alten Villen, die teilweise leider sehr Renovierungsbedürftig sind.Auf diesem Platz steht ein alter Stein mit einem Relief vom alten Friedrich des Großen, welches leider heute nicht mehr zu erkennen ist. Dieser war einmal Kurgast in Bad Landeck.Hierzu gibt es eine Geschichte, die uns Vati erzählt: Es gibt ein Foto von meinem Vater, eurem Großvater, mit meinem Bruder Helmut wie sie hier sitzen und welches vor ca. 70 Jahren entstand. Wir alle ganz spontan: Ein neues Foto muss her! Von unserem Vater mit seinem Sohn!!!Also mit Vati und Bodo ! Beide lassen sich nicht lange bitten und so sitzt mein Vater Stolz wie Bolle neben seinen Sohn und lässt sich fotografieren. Somit wiederholt sich ein kleines Stück Familiengeschichte. Weiter geht s vorbei am Hotel Arabeska. und an der größten Bratpfanne der Welt. Weiter zu einer kleinen Brücke über dem Flüsschen „Biele“.Hier erzählt und zeigt uns Vati, dass er bei seinem ersten Besuch in der Heimat, gefahren mit einer RT, in einem kleinen Haus untergekommen war und wo Vati seine von der Fahrt naß gewordenen Socken am Ofen trocknete..Weiter geht es zum Georgenbad. Hier finden heute Massagen, Moorbäder und andere Behandlungen statt. Überall kann man in die Gebäude hineingehen, ohne dass sich jemand daran stören würde.
Nachdem wir das Innenleben
genau unter die Lupe genommen haben und ein paar Fotos gemacht haben, geht’s
weiter in Richtung Kurpark.Hier sehen wir ein sehr
schönes aber leider sehr her runtergekommenes Kurhaus. Unsere beiden Handwerker
Bodo und Bernd diskutieren derweilen
über den baulichen Zustand.Durch den sehr schön
angelegten Park führt uns der Weg weiter und direkt zum Marienbad.Hier wollten wir eigentlich
am nächsten Tag baden gehen, aber dies ist
nicht möglich. Wir Mädels sind darüber nicht traurig.
Eine Besichtigung ist aber möglich. Die Höhe und die Farben sowie die Anlage des Bades erinnern einen an ein römisches Bad. Mit gerümpfter Nase und ausgezogenen Schuhen besichtigen wir nun das Bad.Nach einer kurzen Diskussion, ob wir das Eintrittsgeld zahlen wollen ( 0,50€ pro Peron) sprach Vati ein Machtwort und Mutti musste bezahlen und zwei Becher kaufen. Mit zwei Bechern bewaffnet ging s hinein in die Galerie zum kosten des köstlichen Wassers. Oh je, oh je wie doof schmeckte das Wasser, aber es soll ja nicht schmecken sondern heilen. Noch ein paar Fotos und draußen waren wir wieder. Weiter geht zum zweiten Gebäude...
Nach einer kurzen
Besichtigung geht’s weiter durch den Park. Vorbei an Brunnen aus denen auch
Thermalwasser kommt. Elvira opferte sich und will kosten, da sie dachte, es ist
frisches Wasser, was da herauskommt. Sie verzieht ganz schön das Gesicht beim
Kosten. Es ist warm und schmeckt irgendwie schimmlig. Auch Vati trank das
Wasser aus dieser Quelle.
Nach einem weiteren kurzen Weg geht’s an der ehemaligen Wandelhalle bzw. Trinkhalle vorbei. Heute beinhaltet die Wandelhalle ein Kaffee mit österreichischen Spezialitäten. Kurz entschlossen gingen wir hinein und alle sind froh, dass wir uns zu einer Pause mit einer kleinen Stärkung niederlassen. Ein großer Tisch für 8 Personen ist schnell gefunden und schon geht’s an das Kuchenbuffet,Sachertorte und Schwarzwälder sind der Renner. Und Bodo bestellt ganz forsch einmal Kaffee mit Sahne und bekommt Kaffee mit richtiger großer Schlagsahne drauf – Prima, überhaupt nicht sein Geschmack!!!“
Frisch gestärkt geht’s weiter
auf Entdeckungsreise.Unterwegs beantwortet uns
Vati unsere aufgetretenen Fragen.
So erfuhren wir, wie seine Mutter nach Bad Landeck gekommen ist und unseren Opa kennen gelernt hat .Und das war wie folgt. Unsere Uroma genannt und bekannt unter den Namen „ Dresdner Oma“ verbrachte in Bad Landeck mehrere Kuraufenthalte und bei einen dieser Aufenthalte hatte sie einmal ihre Tochter Erna , die Mutti unseres Vaters und unsere Oma , mit und so lernte Sie unseren Opa kennen.Aus dieser Ehe gingen 5 Kinder hervor. Unser Onkel Helmut welcher der älteste ist, 2 Töchter die verstorben sind , unser Vati als 4. Kind und unser Onkel Joachim das Nesthäkchen. Weiter ging es vorbei an einer kleinen Brücke, wo ein Monument des Nepomuck auf einen Felsvorsprung steht. Vorbei an Bäcker, Fleischer und einem Lohnbüro, wo Freitag nachmittag die Bauarbeiter auf dem Marktplatz ihre Löhne ausgezahlt bekommen. Nach Besichtigung des Rathauses mit Gruppenbildfoto ging es weiter.
An Vatis Tantenhaus - was leider nicht mehr steht- aber noch ein
Foto vorhanden ist – ging s in die Katholische Kirche, in der Vati getauft
wurde.Ganz aufgeregt zeigte er uns
sein Taufbecken. Diese Kirche steht seit ewigen Zeiten unverändert in seiner Pracht.
Welche wir ganz ehrfürchtig betrachteten. Nach Besichtigung der Kirche
ging s vorbei am Pfarrhaus in eine kleine Einkaufsstraße mit kleinen
Geschäften. Hier erstand unsere kleine .Schnapsdrossel erst einmal eine kleine Flasche Wodka, die
eigentlich mit nach Hause sollte, was sie leider nicht erlebte.Jetzt stand die Frage, wer
denn wohl immer so lange beim Einkaufen braucht?
Nachdem die Männer alles genau begutachtet hatten, kommen wir der Straße, in der unser Vati gelebt hat immer näher. Vorbei an der Feuerwehr und schon standen wir an der Ecke wo einst das Wohnhaus stand. Leider steht es nicht mehr da. Gullydeckel in mitten der Straße zeigte uns ungefähr an, wo sich das Haus früher befand. Sabine stellte es bildlich dar.Bei einen seiner ersten Besuche konnte Vati noch einmal in die Wohnung gelangen. Heute befindet sich nun an dieser Stelle ein großer Wohnblock neben dem Feuerwehrgebäude. Wie groß war die Freude in dem Moment. Als wir da so stehen, kamen 3 ältere Herren vorbei.Die gingen in das Feuerwehrgebäude hinein. Auf Nachfrage von Silke mit Händen und Füßen, dürfen wir diese auch noch besichtigen. Vor allen für Bernd eine große Sache, da er ja ein Feuerwehrmann ist. Zurück wieder über den Ring zum Felsvorsprung ging´s langsam in Richtung Pension. Alle waren inzwischen pflastermüde, hungrig und durstig.Vati hatte den richtigen Einfall und wir fielen in eine kleine Biergaststätte ein.Schnell gerechnet ob wir es uns auch leisten konnten. Denn die Geschäftsleute von Bad Landeck wollten keine Euros und nur Mutti hatte in der Pension ein paar Euros in Zloty umgetauscht.Doch es reicht: Ein Bier für jeden und alle freuten sich. Kurze Erfrischung und endlich ging s zum versprochenen 3 Gänge Menü, was aber, wie sich herausstellte, leider nur ein 2 Gänge Menü war.Mit einer geschmackvollen Suppe und lecker gebratenem Fisch mit Kartoffelbrei, was für Bodo überhaupt nix war. Nun ja freitags ist Fastentag und da gibt es eben kein Fleisch. Unser großer Hunger wurde etwas gestillt. Zum Leidwesen der Männer war es nicht ausreichend. Getränke gab s auch keine und somit begnügten wir uns mit einem guten Tee. Nachdem alle gegessen hatten stellte Sabine fest, dass die Zeit seit unserer Ankunft stehen geblieben ist. Die Zeit verging nicht wie sonst im Fluge sondern die Minuten zogen sich dahin.
Die Männer zogen noch ein mal
los um ein paar Getränke zu ergattern da unsere Vorräte begrenzt waren und die
Frauen wieder mal nur an sich selbst gedacht hatten .Inzwischen hatte sogar
schon die Wodka Flasche von Sabine dran glauben müssen.
Nachdem alle wieder ihre Sachen verpackt hatten ging es noch einmal auf zu einem Spaziergang zum Forellenteich und zum Waldtempel.In der Zwischenzeit ging auch die Zeitrechnung wieder etwas schneller vorwärts.Zurück, Zimmer bezahlen und auf ging´s wieder Richtung Heimat gegen 10.30Uhr. Eigentlich wollten wir uns noch die Stadt Glatz anschauen. Aber Samstagvormittag war Polenmarkt für Polen und kein Parkplatz zu finden und so entschieden wir uns, weiter Richtung Grenze zu fahren. Vorbei an schöner herbstlicher Landschaft kamen wir gegen 15 Uhr in Görlitz an und nahmen das erst besteGasthaus auf polnischer Seite in Beschlag. Hier werteten wir erst noch einmal unser kurz zuvor Erlebtes aus. Denn wir sahen eine Hochzeitskutsche underhofften uns ein schöne Hochzeitspaar vorbei fahren zu sehen. Aber leider saßen in der Kutsche nur zwei hübsche Männer, und das in einem erzkatholischen Land. Wie war das möglich??
Wir hatten unsere Spaß und
etwas zum Lachen. Nach gut einer dreiviertel Stunde
hatten nun alle ihr Essen. Danke Vati!!!!! Ein kleiner Bericht für alle anderen, die leider nicht dabei sein konnten. Denn zu unserer Truppe gehören auch noch Silvia und Annett. |
Auch von Elvira geschaffen worden.
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